Studieren mit Kind – wie funktioniert das? // Meine Semestergestaltung

Zur Zeit stehe ich ganz schön unter Strom. Die Weihnachtszeit ist dieses Jahr irgendwie besonders stressig und so richtig will bei mir immer noch keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Dazu kommen Abgabetermine in der Uni, meine Schwangerschaft und natürlich Samuel, der nie zu kurz kommen soll. Gar nicht immer so einfach, das alles unter einen Hut zu bekommen, ohne dabei zu verzweifeln.

Nun bin ich mittlerweile im dritten Mastersemester angelangt, das gleichzeitig mein drittes Semster mit Kind ist. Naja, eigentlich mein viertes, wenn man das letzte Bachelorsemester hinzu zählt, in dem ich hochschwanger meine Abschlussarbeit schrieb (übrigens hab’ ich keine Ahnung, wie ich das tatsächlich geschafft hab – ich hab’s einfach gemacht). Mein drittes Semester mit Kind ist nun schon recht weit fortgeschritten und ja, es ist tatsächlich soetwas wie Routine eingekehrt. Immer wieder werde ich gefragt, ob ein Studium mit Kind überhaupt möglich ist und wie ich das alles zeitlich gemanaged bekomme.

Meine Tipps für ein erfolgreiches Semester mit Kind habe ich euch hier bereits zusammengestellt. Aber wie sieht der Unialltag bei mir in diesem Semester konkret aus? Wie viele Veranstaltungen habe ich belegt und wo ist dann Samuel?

Im ersten Semster habe ich Samuel einfach überall hin mitgenommen, da er ohnehin die meiste Zeit im Tragetuch oder in seinem Wagen geschlafen hat. Mittlerweile sieht das ein bisschen anders aus. Ich nehme ihn durchaus noch mit, nämlich dann, wenn Niklas arbeiten muss oder Samuel meine Nähe verlangt. Dann will ich nicht einfach den Kurs sausen lassen, sondern packe ihn ein und mit ihm direkt auch ein paar seiner liebsten Bücher und ein kleines Auto mit dem er sich beschäftigen kann. Einen ausführlichen Beitrag dazu wie das im konkreten Fall aussieht, habe ich hier geschrieben. Natürlich versuche ich meinen Semesterplan trotzdem so zu gestalten, dass ich mich möglichst immer mit Niklas abwechseln kann.

In diesem Semster habe ich im Fach
Deutsch: Zwei Hauptseminare
Englisch: Zwei Hauptseminare
Bildungswissenschaft: Zwei Hauptseminare und eine Vorlseung
belegt.

Das macht sechs Hauptseminare und eine Vorlesung – ganz schön viel eigentlich. Ich muss immer gut mitarbeiten und mich vorbereiten, um mit den anderen Studenten mithalten zu können. Ich habe aus dem letzten Semester noch eine Hausarbeit in einem Hauptseminar in Englisch nachzuholen. Außerdem muss ich dieses Semester eine Projektskizze für mein Profilfach im Hinblick auf das Praxissemester anfertigen, eine mündliche Prüfung im Hauptseminar in Englisch absolvieren, eine Klausur in Innovieren und eine Klausur im Hauptseminar Deutsch schreiben. Zusätzlich musste ich zwei Referate halten, was bereits erledigt ist (zum Glück!) und ich muss Stundenprotokolle zu sechs Sitzungen im Hauptseminar vom Fach Bildungswassenschaften anfertigen. Ich denke, dass mit fünf Prüfungsleistungen das Lernpensum durchaus recht hoch aber machbar sein wird.
Natürlich ist jeder Mensch ein anderer Lerntyp und ich berichte hier nur von meiner persönlichen Erfahrung. Ihr müsst bei eurer Planung stets darauf achten, wie viel Arbeitsaufwand ihr bewältigen könnt und ob ihr vor allem mit den geforderten Prüfungsleistungen am Ende nicht doch zu viel auf euch nehmt. Für mich aber erscheint mein Semester machbar. Ich bin sehr gespannt, ob ich es tatsächlich schaffe, alle Prüfungen zu absolvieren und vor allem zu bestehen!

Um das Lernpensum gut zu schaffen, lege ich feste Lernzeiten ein. Vor allem in den bevorstehenden Weihnachtsferien versuche ich, den Stoff zu wiederholen und mich schn auf ein oder zwei Klausuren vorzubereiten. Auch die Projektskizze werde ich grob bis Ende Dezember (hoffentlich) fertigstellen. Dabei unterstützt mich Niklas und nimmt mir Samuel so gut es geht ab oder ich lerne abends, wenn Samuel schon schläft. Auch plane ich immer eventuelle Krankheitstage von uns allen ein, denn egal wer von uns krank ist, lernen klappt dann nicht wie geplant. Bin ich krank, kann ich mich nicht konzentrieren, ist Samuel krank, klebt er an mir und wenn Niklas krank ist, kann er mir Samuel in meinen Lernzeiten nicht abnehmen. Ein zeitlicher Puffer ist mir hier also sehr wichtig!

Möglich ist mir das alles in dieser Form übrigens nur, weil Niklas selbst noch studiert und er daher fast genauso viel Flexibilität mit in unseren Familienalltag bringt, wie ich. Fast allerdings nur, weil er noch einen Nebenjob hat, bei dem er ein Stück weit zeitlich gebunden ist. Aber unsere Flexibilität ermöglicht es uns, gegenseitig Rücksicht zu nehmen und mit viel Organisationstalent alles so zu planen, dass (fast) immer einer zu Hause bei Samuel sein kann. Wenn das nicht geht, dann nehmen wir ihn eben mit zur Uni. Vielleicht ändert sich all das, sobald Samuel in die Fremdbetreuung geht – allerdings besteht hierzu aktuell kein Anlass und wir managen unser Studium recht gut.

Es wäre außerdem gelogen, wenn ich nicht zugeben würde, dass ich manchmal kurz davor bin zu verzweifeln. Dass ich auch mal mein Lernpensum nicht schaffe und dann nicht zu einer Klausur gebe – obwohl ich es mir fest vorgenommen habe. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich immer alles im Griff habe. In letzter Zeit sitze ich oft abends auf der Couch und weine, bin völlig aufgelöst und kaputt, weil ich meinem Körper alles abverlange. Aber es kommen bad wieder bessere Zeiten – vielleicht, nein hoffentlich, kann ich die Weihnachtstage nutzen, um ein bisschen auszuspannen und meinen Akku neu aufzuladen. Das ist nämlich manchmal bitter nötig!

Ich möchte an dieser Stelle auch betonen, dass ich mein Studium zwar ernst nehme, aber es nicht auf biegen und brechen hin genau SO absolvieren muss wie ich es mir vornehme. Sollte ich irgendwann merken, dass ich meinen Stundenplan zu voll gestopft habe, lasse ich einen Kurs weg. Ebenso, wenn ich merke, dass ich zu wenig gemeinsame Zeit mit Samuel habe, denn das ist mir unheimlich wichtig. Ich habe mein Kind ganz bewusst im Studium bekommen, um viel Zeit und möglichst flexibel Zeit mit ihm zu verbringen. Wenn dies nicht mehr gegeben sein sollte, dann würde ich meinen Stundenplan immer hinten anstellen.

Wie gestaltet ihr euer Studium? Nehmt ihr eure Kinder mit in die Uni? Erzählt doch mal!

Alles Liebe und vor allem viel Erfolg!
Eure Jasmin


4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Felix sagt:

    Guter Einblick in die Gestaltung des Studiums von Müttern und den entsprechend damit verbundenen Herausforderungen.

  2. Lou sagt:

    Ich bin echt beeindruckt, wie Du das alles stemmst 🙂
    Was mich interessieren würde ist, ob es schon einen Plan gibt wenn dann Baby Nummer 2 da ist? Bzw hast Du schon einen groben “Fahrplan” im Kopf oder eine Wunschvorstellung?
    Das würde mich wirklich brennend interessieren 😉
    Liebe Grüße und einen schönen Abend Dir noch

    1. Hallo, ich werde in den nächsten Tagen noch einen Blogpost dazu verfassen. Einen ganz genauen Plan habe ich allerdings noch nicht, denn leider sind Babys ja bekanntlich nicht planbar 😀

  3. Wow, Hut ab, wie du das alles schaffst! Und dann auch noch der Blog, denn der schreibt sich ja auch nicht von alleine…

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