Wenn ich an den Gesang der Zikaden denke und an den Geruch von tropischem Regen, an den Geschmack von frischen Kokosnüssen und lecken Currys in Warungs, wenn ich an die Wärme denke, die mich bereits morgens auf der Veranda in Empfang nimmt und an salzige Haare vom Meerwasser, dann wird mir ganz warm von diesem Gefühl der Vorfreude in meinem Bauch. Und dann bin ich weg. Weit weg.

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Weltenbummler?

Ich war schon immer ein Träumer und habe mich gedanklich in anderen Ländern herumgetrieben. Als Jugendliche und junge Erwachsene hatte ich nie das Geld oder den Mut so weit allein zu reisen und habe mich daher auf das vermeintlich Bekannte, die USA, konzentriert. Aber jetzt, mit einem tollen Partner an der Seite, der ebenso wenig von der Welt gesehen hat wie ich, zieht es mich weg und ich möchte am liebsten jedes Land der Erde bereisen. Ja, ich bin gern Weltenbummler, mein größter Traum ist es, für lange Zeit zu reisen und dabei möglichst ortsunabhängig zu arbeiten.
Wir sind aber in erster Linie auch Eltern und unsere Kinder sind eben auch da. Also bleiben zwei Optionen: wir warten, bis diese alt genug sind, um ohne sie zu reisen, oder, wir verreisen gemeinsam mit ihnen. Ersteres kommt für uns nicht in Frage, weil wir nicht so lange warten wollen, andere Teile der Welt zu entdecken, aber, und das ist noch viel wichtiger, wir möchten unsere Erlebnisse und Erfahrungen gemeinsam mit ihnen machen. Schon unsere erste große zweimonatige Reise nach Thailand war damals eine ganz wundervolle Zeit für uns, hat uns gestärkt, uns geprägt und uns in vielen Punkten umdenken lassen. Eine lange Reise – also richtig lang – kommt für uns vor Ende des Studiums nicht in Frage und daher müssen es vorerst kürzere Reisen sein.

Im Herbst geht es für uns wieder rein in den Flieger, raus aus dem Kokon namens Alltagsleben, raus in die Welt. Erster Stop: Singapur und dann geht es weiter nach Indonesien – Java, Bali, Lombok, Flores und, wenn es nach mir geht, Kalimantan, aber ich denke, das sprengt Zeit- & Preisrahmen.
Ich bin gespannt auf das was wir sehen werden, erleben werden, bin gespannt auf die neuen Eindrücke und Gerüche. Und hoffentlich wird uns dieser Urlaub wieder fest zusammenschweißen, denn manchmal habe ich das Gefühl, dass das Band in unserer kleinen Familie ein bisschen zu sehr im Wind flattert. Hoffentlich werden die Kinder unser Glück spüren und hoffentlich wird alles etwas leichter sein.

Aber warum muss es ausgerechnet Südostasien sein?

Diese Frage ist simpel und schnell beantwortet. Für uns ist das ein ganz einfaches Rechenspiel. Für unsere Thailandreise haben wir damals insgesamt für zwei ganze Monate und drei Personen ca. 4000 Euro bezahlt. Ja, ihr habt richtig gelesen. “Nur” so wenig. Wenn man bedenkt, dass Flüge, Unterkünfte, Verpflegung, Windeln, Ausflüge und Tauchgänge eingerechnet sind und wir wirklich sehr lange davon gelebt haben, ein super Preis.
Und genau darin liegt der Vorteil: zwar sind die Flüge erstmal teurer, als bei einem Flug nach Spanien zum Beispiel, aber alles andere ist unschlagbar günstig – jedenfalls, wenn man nicht super Luxus möchte. In Thailand haben wir meistens um die 7 € / Nacht bezahlt. Essen kann an dort in den kleinen Warungs oftmals für umgerechnet 50 ct / Kopf. Würden wir die selbe Zeit beispielsweise auf Mallorca verbringen, würden wir deutlich mehr Geld bezahlen.
Und dann ist da natürlich der Faktor Kultur, Landschaft und Artenvielfalt. Asien ist so unfassbar spannend, an jeder Ecke kann man etwas entdecken. Ob es nun Tempel oder Äffchen oder Echsen sind, oder einfach nur eine exotische Frucht – für uns macht das einen großen Reiz aus, für den wir auch die lange Flugzeit in Kauf nehmen. Ein Langstreckenflug ist natürlich anstrengend, aber mit guter Vorbereitung und der nötigen Gelassenheit wird auch das zu meistern sein. Ich habe bereits vor einiger Zeit Tipps zum Fliegen mit Kleinkind gesammelt und für euch verbloggt. Für uns wird es dennoch diesmal eine ganz andere Herausforderung sein, weil wir gleich zwei Kinder mit Bewegungsdrang dabei haben, aber ich bin sicher, dass alles klappen wird.

Unsere Vorbereitungen

Eigentlich fing alles bereits mit unserer letzten Asienreise an, denn da war klar, dass wir beim nächsten Kind wieder in der Elternzeit verreisen möchten. Nun ist die Elternzeit aber in einem Monat um und wir fliegen erst im Herbst. So wie wir es uns vorgestellt hatten, hat es nun leider nicht geklappt. Stattdessen hat Niklas seinen Jahresurlaub für diese Reise geopfert. Das alles hat sich aber erst in den letzten beiden Wochen aufgeklärt, so dass wir wirklich relativ kurzfristig gebucht haben, weshalb die Flüge auch ca. 500 € teurer sind, als noch im Frühjahr. Trotzdem haben wir nach vielem Suchen noch eine relativ günstige Alternative gefunden und sind nun happy, dass wir auf buchen geklickt haben.

Natürlich gibt es einiges zu bedenken. Werden wir diesmal wieder mit Backpacks reisen oder doch lieber mit einem Koffer? Wie viel Handgepäck nehmen wir mit? Oder reisen wir nur mit Handgepäck? Soll ein Buggy mit oder lieber zwei Tragehilfen? Welche Impfungen sollen vorgenommen werden und wie sieht die Reiseapotheke aus? Fakt ist, dass sie diesmal anders aussehen als in Thailand noch, allein schon, weil in Indonesien viel größeres Malariarisiko herrscht.
Was die Impfungen angeht, haben wir uns im Tropeninstitut informiert, allerdings sind die wichtigsten Impfstoffe aktuell nicht verfügbar, so dass wir noch nicht final entschieden haben, wie wir mit diesem Thema verbleiben. Ich halte euch aber gern auf dem Laufenden.

Von Abenteuerlust und wilder Natur

Ich weiß, dass viele Familien gern so entspannt und sicher wie möglich Urlaub machen. Das heißt gerade in Asien tolle Resorts mit Poolanlage, geführte Touren und tolle Strände. Für uns ist das nur zum Teil interessant. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass für uns persönlich kleine private Unterkünfte, die wir nicht mit anderen teilen müssen, schöner sind. Dass wir nicht gern an allzu touristische Orte fahren und lieber die etwas abgelegenen und damit ursprünglicheren Ecken besuchen. Das kann eine Wanderung durch den tiefen Dschungel hin zu einem Wasserfall sein, ganz ohne Guide, oder ein abenteuerlicher Abstieg zu einem menschenleeren Traumstrand, den wir irgendwo vom Straßenrand aus entdeckt haben.
Natürlich heißt das nicht, dass wir auf Ubud in Bali verzichten- aber es ist halt nicht die Art von Urlaub, die wir uns für längere Zeit vorstellen können. Wenn es nach uns geht, dann ziehen wir lieber auf eigene Faust mit dem Roller los, entdecken schöne Ecken ganz für uns, statt in einer großen Tourigruppe und sind damit rundum glücklich. Ich bin also sehr gespannt, welches Abenteuer diesmal auf uns wartet und mit welchen schönen Erinnerungen im Gepäck wir am Ende die Rückreise nach Deutschland antreten werden.

Alles Liebe,
Jasmin