Draußen bleibt es länger hell, die Temperaturen steigen, der Sommer naht. Und mit ihm ganz viele Outdoor-Aktivitäten, Spielplatz, wandern, Gartenarbeit, Picknick im Grünen. Und noch etwas: es ist Zeckenzeit. Sommerzeit, das bedeutet Outdoor-Spiel, Wandern, Gartenarbeit und eben auch Zeckenstiche. Die kleinen Krabbeltierchen lauern überall, wo es warm und feucht ist, wie beispielsweise im Gras, auf Büschen und Sträuchern und ja, auch auf Spielplätzen, wenn sie naturnah gelegen sind. Zeckenstiche sind nicht nur für uns Erwachsene gefährlich, sondern auch besonders für Kinder, weshalb es wichtig ist, sich ausreichend gegen diese Parasiten zu schützen. Aber was tun, bei einem Zeckenbiss?

Zecken gehören zu den Milben und nutzen Lebewesen als Wirt, um sich zu ernähren. Sie stechen mit ihrem Mundwerkzeug zu und beißen sich an der Haut fest, um dann das Blut des Wirtes zu saugen und sich davon zu ernähren. Allein der Gedanke an einen solchen Zeckenbiss ist ziemlich eklig, wie ich finde und deshalb möchte ich dir einige Tipps mit auf den Weg geben, wie du dich und deine Kinder vor einem Zeckenbiss schützen kannst und was zu tun ist, wenn ihr einen Zeckenbiss habt.

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Warum Zecken so gefährlich sind

Zeckenstiche (ja, genau genommen ist es ein Stich und kein Biss) sind mehr als nur eine Frühjahrs- und Sommerbelästigung. Jedes Jahr erkranken mehrere hundert tausend Menschen an der durch Bakterien verursachten Borreliose an einem Zeckenstich. Eine weitere Krankheit, die durch Zecken übertragen wird, ist FSME, die Frühsommer-Meningoenzephalitis oder auch Hirnhautentzündung.

Studien haben gezeigt, dass eine infizierte Zecke normalerweise erst ca. 36 Stunden nach dem Stich anfängt, die Borreliose-Bakterien zu übertragen. Das bedeutet: je früher du die Zecke vom Körper entfernst, desto geringer ist die Chance, eine durch Zecken übertragene Infektion zu bekommen. Aber das Entfernen einer Zecke ist gar nicht so leicht, wie viele annehmen, denn sobald eine Zecke an der menschlichen Haut hängt, gräbt sie ihre scharfen Mundwerkzeuge tief in die Haut, um an das Blut zu gelangen.

Samuel hatte letztes Jahr plötzlich einen kreisrunden Ausschlag am Oberarm, nachdem er dort eine kleine Wunde hatte – eine Zecke hatten wir zuvor nicht entdeckt. Aber da der Ausschlag typisch für einen Zeckenbiss war, sind wir sofort zum Arzt gefahren, der einen Verdacht auf Borreliose nicht ausschließen konnte und uns deshalb Antibiotikum verschrieb. Es ist also enorm wichtig, ab sofort immer gut auf mögliche Bisse zu achten und gegebenenfalls schnell zu handeln.

Einem Zeckenbiss vorbeugen

Wenn ich mir vorstelle, dass mein Kind an einer dieser Zecken-Krankheiten erkrankt, wird mir ganz anders. Und natürlich möchte ich selbst auch nicht davon betroffen sein. Aber wir Eltern können eine ganze Reihe an Maßnahmen ergreifen, um einen Zeckenstich zu vermeiden. Und selbst, wenn es nicht klappt, ihr trotzdem eine erwischt, dann kann man sie recht einfach entfernen. Ich hoffe sehr, dass dir der ein oder andere Tipp nützlich sein wird und deine Familie in diesem Sommer von Zecken verschont bleibt.

Sich der Gefahrenstellen bewusst sein

Wandern und Zelten sind nicht die gängigsten Methoden, um sich eine Zecke einzufangen und damit einer durch Zecken übertragbaren Krankheit ausgesetzt zu sein. Es ist wirklich wichtig, sich bewusst zu machen, wo diese kleinen Biester tatsächlich im Alltag lauern und Gefahrenzonen damit bewusst wahrzunehmen. Zecken lauern nicht auf Bäumen, um sich dann auf Menschen fallen zu lassen, wie ich früher lange geglaubt habe. Viel mehr sitzen sie im hohen Gras, auf Sträuchern und Büschen. Damit ist das Spielen von Kindern im Garten oder ein Waldspaziergang bereits eine große Gefahrenquelle im Bezug auf Zecken.
Mache dir also am Ende eines Tages immer noch mal bewusst, wo ihr den Tag verbracht habt, ob dein Kind im Gras gespielt hat oder sogar im Wald und sei dir über einen möglichen Zeckenbiss bewusst. So kannst du die Tiere besser ausfindig machen und dich auf die Suche begeben.

Die richtige Kleidung

Die richtige Kleidung hilft, sich vor Zeckenbissen zu schützen. Am besten ist es, wenn man den Körper großflächig abdeckt, also Kleidung mit langen Ärmeln und langen Beinen trägt. So minimiert man die Körperstellen, die der frischen Luft und damit den Zecken ausgesetzt sind. Außerdem hilft helle Kleidung, dunkle Punkte schneller zu finden und – sollte es sich um eine Zecke handeln – schnell wieder los zu werden.

Wenn es draußen besonders heiß ist, erweist sich jedoch auch das als nicht besonders praktikabel. Wir alle wissen, dass Kinder gern auch mal komplett nackig einrennen wollen. Da helfen dann nur andere Maßnahmen.

Alles gründlich absuchen

Wenn du mit deinen Kindern draußen unterwegs warst, besonders nach risikoreichen Aktivitäten, solltest du dich und die Kinder sofort  ausziehen und eine Zeckeninspektion durchführen, das heißt, den Körper akribisch absuchen. Gegebenenfalls solltet ihr sogar kurz duschen, um Zecken, die sich noch nicht festgebissen haben, abzuspülen.  

Zecken bevorzugen eher dünne Hautregionen, da sie dort schneller an das Blut gelangen. Bevorzugte Körperstellen sind der Kopf, insbesondere Nacken- und Halsfalte, hinter den Ohren und unter den Haaren, aber auch Kniekehlen sind oft Stellen, an denen die Tiere zustechen. Nicht selten sind außerdem die Leisten und bei Jungs die Hoden Bissstellen. Generell gilt aber, dass alle Körperstellen betroffen sein können, denn die Tiere sind mitunter sehr klein und passen daher auch durch kleine Öffnungen in der Kleidung oder an der Windel.

In der Sonne bleiben

Ich gebe zu, mit Kindern ist dieser Tipp nicht unbedingt der beste, denn Sonne ist ja auch nicht ungefährlich. Aber es hilft trotzdem, zu wissen, dass die Haut der Zecken so beschaffen ist, dass die Tiere schnell Feuchtigkeit verlieren. Infolgedessen können sie in Umgebungen mit geringerer Luftfeuchtigkeit nicht überleben. Das ist auch der Grund, weshalb sich Zecken in Blätterhaufen und schattigem, feuchten Klima aufhalten. Sich etwas mehr in der Sonne aufzuhalten, ist im Bezug auf Zecken also durchaus sinnvoll.

Cocos-Öl

Cocos-Öl ist vielseitig einsetzbar und wir haben immer welches im Haus. Ich nutze es beispielsweise ab und an für eine Haarkur. Cocos-Öl ist aufgrund der enthaltenen Laurinsäure auch ein natürliches Zeckenabwehrmittel. Wenn du Cocos-Öl verwenden willst, solltest du aber darauf achten, dass du natives BIO Cocos-Öl kaufst, das mindestens 50% Laurinsäure enthält – je mehr, desto wirksamer. Damit reibst du die Haut einfach ein und lässt es einziehen. Wenn du magst, kannst du dir auch super eine kleinere Portion in einen kleinen Behälter abfüllen und in der Wickeltasche verstauen. Außerdem hilft es, zusätzlich auch etwas Cocos-Öl einzunehmen, einfach eine kleine Menge täglich unter das Essen mischen.

Schwarzkümmel-Öl

Ein Junge fand bei Jugend forscht heraus, dass Schwarzkümmelöl gegen Zecken bei seinem Hund half. Dieses Ergebnis ist tatsächlich auch auf den Menschen übertragbar, denn Zecken mögen den Geruch des Öls nicht. Es wird geraten, täglich etwas Schwarzkümmelöl einzunehmen. Dazu eignen sich beispielsweise Schwarzkümmelölkapseln aus dem Reformhaus oder aber du und deine Kinder nehmen einen halben bis einen Teelöffel Schwarzkümmelöl täglich ein, bei Babies reichen bereits ein bis zwei Tropfen täglich. Bei kleineren Kindern ist die Einnahme von einer etwas größeren Menge eher schlecht umsetzbar, aber vielleicht kannst du das Öl unter den Brei oder in einen leckeren Smoothie mischen.

Teebaumöl

Wer es mit der Einnahme von Ölen oder Kapseln nicht so hat, kann einfach mal ausprobieren, Teebaumöl auf die Ränder der Kleidung zu geben, zum Beispiel am Hosenbein. Das soll die kleinen Krabbeltierchen ebenfalls davon abhalten, in die Kleidung zu krabbeln und sich auf der Haut festzubeißen. Probier es einfach mal aus. Teebaumöl bekommst du in kleinen Fläschchen beispielsweise in der Apotheke und kannst du auch zur Entspannung bei Kopfschmerzen anwenden.

Bernsteinkette

Bernsteinketten helfen, sofern es sich um unbehandelten Bernstein handelt, tatsächlich gegen Zecken. Der Harzgeruch und die elektrostatische Aufladung des Bernsteins hält die Zecken nämlich davon ab, zuzustechen. Ein toller Nebeneffekt ist übrigens auch, dass die Kette beim Zahnen helfen, weshalb meine Kinder ohnehin oft diese Ketten tragen. Probier es doch einfach mal aus, vielleicht hilft es ja auch bei deinem Mini.

Und wenn doch mal eine Zecke es geschafft hat und sich festbeißt? Dann hilft nur eins: die Zecke möglichst schnell entfernen, um die Gefahr, dass Krankheitserreger in den Blutkreislauf gelangen möglichst gering zu halten. Überprüft also eure Kinder täglich – besonders dunkle, feuchte Bereiche, wie Armbeuge, Achselhöhle, Leiste, Bauchnabel, die Ohren und Nacken.
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Zeckenbis – was tun? Wie entfernt man eine Zecke richtig?

1. Lass das Kind die Zecke nicht berühren. Da es sich hier um ein Kind handelt, ist es sehr wichtig, klar zu kommunizieren und so einfach wie möglich mit deinem Kind zu sprechen. Sag deinem Kind, dass es die Zecke nicht selbst ziehen oder abknibbeln soll. Lass es wissen, dass du da bist, um zu helfen. Falls es Angst haben sollte, beruhige es mit sanfter Stimme. – So eine Zecke ist ja doch ein Fremdkörper und ich kann mich noch erinnern, dass ich als Kind immer Angst vor Zecken hatte. Wenn das Kind weint oder Angst hat, tröste es, indem du sanft mit ihm sprichst und dicht neben ihm bleibst. Erkläre deinem Kind die Situation und was du vor hast. Wenn es alt genug ist, kannst du auch ruhig erklären, was du genau machst und die einzelnen Schritte erläutern – so kannst du ihm helfen, ruhiger und gelassener zu sein.
2. Finde eine feine Pinzette. Dies ist das wichtigste und effektivste Werkzeug, um eine Zecke vollständig zu entfernen. Obwohl es verschiedene Arten von Pinzetten gibt, hilft eine spitz zulaufende Pinzette, präziser zu sein. Dadurch kannst du gezielt nur den Körper es Tieres greifen. Alternativ kannst du eine Zeckenkarte verwenden. Diese kannst du übrigens gut im Portemonnaie aufbewahren udn hast sie so auch unterwegs immer griffbereit.
Fasse die Zecke fest und sicher an ihrem Mund bzw. Kopf, möglichst nah an der Eintrittsstelle in die Haut – bitte niemals am Körper oder Bauch. Es besteht  sonst nämlich die Gefahr, dass man den Bauch drückt und das Tier dadurch Bakterien und Viren oder infiziertes Blut in den Blutkreislauf deines Kindes zurückdrängt. Darüber hinaus könnte ein Teil des Körpers in der Haut des Kindes hängen bleiben. Wenn man die Zecke nicht vollständig entfernt, kann sich der Biss böse entzünden. Vorsicht also!
Wenn du die Pinzette gut positioniert hast, ziehe langsam und fest. Mit genügend sanftem Druck wird die Zecke hoffentlich ihren Griff lockern und die Haut loslassen. Bitte versuche niemals, die Zecke von einer Seite zur anderen zu drehen, das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Teil seines Mundes oder Kopfes stecken bleibt.
3. Bewahre die Zecke in einem Behälter oder einem Plastik-Zip-Beutel auf. So kann man bei einer nachfolgenden Krankheit das Tier von medizinischem Fachpersonal untersuchen lassen. Wenn du das nicht möchtest, dann töte die Zecke am besten.
4. Säubere die Bissstelle mit fließendem Wasser und Wunddesinfektionsmittel. Danach wasche deine Hände wie mit fließendem Wasser und milder Seife.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Überprüfe die Bissstelle regelmäßig. Anzeichen einer lokalisierten Entzündung sind normal. Dazu gehören Schwellungen, Rötungen und Berührungswärme. Oft sind Zeckenstiche aber zum Glück harmlos und die Bissstelle heilt ohne medizinische Intervention.

Wenn dein Kind Anzeichen und Symptome im Zusammenhang mit der Borreliose entwickelt, solltest du schnell zu einem Arzt gehen. Dazu gehören ein kreisförmiger Ausschlag an der Stelle des Zeckenbisses, Schwäche, Kopfschmerzen, ein steifer Nacken, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Fieber.
Achte außerdem auf die Anzeichen und Symptome einer allergischen Reaktion, wie starke Kopfschmerzen, Lähmungen, Brustschmerzen, Herzklopfen und Atembeschwerden.
Solltest du die Zecke nicht allein entfernen können, oder ein Teil des Tieres noch in der Haut stecken, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren. Obwohl es ungewöhnlich ist, ist es immer noch möglich, dass eine Zecke Borreliose verursachen kann.
Hast du noch weitere Tipps und Tricks, die im Bezug auf Zecken nützlich sind? Hatten deine Kinder vielleicht sogar schon mal einen Stich? Wie bist du mit der Situation umgegangen?
Alles Liebe,
eure Jasmin
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