Fünf unverkennbare Anzeichen schwanger zu sein

Eine Schwangerschaft ist für die Meisten etwas ganz Wunderbares. Wir haben uns sehr über meine erneute Schwangerschaft gefreut und sind glücklich, dass nach meiner Fehlgeburt diesmal bisher alles gut zu laufen scheint. Denn auch wenn eine Schwangerschaft oft mit vielen kleinen Unannehmlichkeiten und Launen daher kommt, birgt sie den Zauber des Lebens. Sie schenkt uns einen Menschen so vollkommen, dass wir am Ende oft sprachlos sind, weil wir etwas völlig Einzigartiges geschaffen haben.

Bin ich schwanger?

Wie aber merken wir, dass wir schwanger sind? Sind es die körperlichen Veränderungen, oder eher unsere Intuition, die uns sagt, dass ein kleiner Mensch in uns heranwächst? Meistens stellt man sich irgendwann die Frage Bin ich vielleicht schwanger? Und wenn wir dann wissen, dass wir schwanger sind, vergessen wir diese Tatsache zu Anfang oft, bis uns kleine, aber feine Veränderungen immer wieder auf den neuen Umstand aufmerksam machen.

Na, und welche Anzeichen sind das jetzt?

1. Miese Laune und Zickenterror
Eigentlich bin ich ein sehr umgänglicher Mensch. Ich bin harmoniebedürftig und nett (darf man so etwas über sich selbst sagen?! Und dann auch noch im INTERNET???), ich bin immer auf das Wohl der anderen bedacht und stelle ihre Bedürfnisse über meine. Aber wenn ich schwanger bin, bin ich die ersten Wochen unausstehlich. Echt jetzt! Ein richtiges Biest.
Ich könnte jetzt auch aus dem Nähkästchen plaudern und euch erzählen, dass Niklas mindestens (! hier bitte eine künstlerische Pause eindenken) schon fünf Mal die Scheidung eingereicht hätte, wenn er nicht wüsste, dass ich schwanger bin. Echt jetzt. Isso. (Und das sogar zu Recht!)
Ich streite gerne wenn ich schwanger bin. Nein, ich suche förmlich nach Situationen an welchen ich mich aufhängen kann. Plötzlich kann mein Mann es mir nicht mehr Recht machen. Ich schimpfe vor mich hin wie ein kleiner Rohrspatz und er sitzt da auf der Couch, schüttelt den Kopf und ist genervt. Tja, aus und vorbei ist es mit der Harmonie. Ab jetzt herrscht miese Laune im Hause Nimmerland. Niklas tut was er kann, um die grauen Regenwolken aus meinem Gemüt zu vertreiben, aber spätestens nachdem ich ihn das dritte Mal am selben Tag angepflaumt habe (wegen was eigentlich?!), ist auch er mit seinem Latein am Ende. Ich kann euch aber glücklicherweise beruhigen, es wird besser (zumindest bei mir!). Nach fünf bis sechs Wochen lassen diese Anzeichen langsam nach.

2. Übelkeit und Heißhunger
Diesen Punkt nenne ich bewusst nicht Morgenübelkeit, denn bei mir zieht sich dieses Unwohlsein durch den ganzen Tag! Seit wann hat ein Tag eigentlich so viele Stunden? Es ist wirklich ganz schlimm und ändert sich (bei mir) nicht nach fünf bis sechs Wochen. Ich würde behaupten, die Übelkeit setzt überhaupt erst in der fünften Woche ein. Und ab Schwangerschaftswoche sieben wird sie richtig ungemütlich. Ich bewaffne mich also mit Tee und trockenem Brot abends wenn ich mich in mein geliebtes weiches Bett kuschle. Fein säuberlich drapiere ich die Thermoskanne und das Brot neben dem Bett, in einem gut erreichbaren Abstand, aber so, dass ich nachts nicht drüber fallen kann. Morgens schlage ich die Augen auf und eigentlich könnte ich sogar für einen schläfrigen Moment lang vergessen, dass ich schwanger bin – wäre da nicht diese fiese Übelkeit. Ha!, denke ich mir. Hab‘ ja vorgesorgt! Ich drehe mich langsam auf meine linke Seite und greife nach dem Tee, trinke ein paar Schlucke. Nichts. Hilft nix. Auch das trockene Brot zu mümmeln ändert nichts an meiner misslichen Lage. Ich warte also ab und bemitleide mich selbst, während ich mich durch Spielen mit dem Großen ablenke. Nach einer Stunde will ich es wagen, wir wollen sowieso gemeinsam frühstücken. Direkt ist sie wieder da, die Böse! Ich sitze also am Tisch und schiebe den Teller weg. Plötzlich spüre ich Lust auf Müsli. Niklas reicht mir eine Schüssel, ich schlurfe zum Regal, strecke mich nach oben, sehe die Müslipackung und … Hallo Frau Übelkeit, da sind sie ja wieder! Sie mögen wohl kein Müsli? Gut, frühstücke ich eben nicht!

Und wenn dir nicht übel ist? Richtig, da war ja noch was! Hallo Heißhunger, ich bin Frau N., Studentin und Sie so?
Heißhunger. Ganz plötzlich habt ihr so ein Gefühl in der Magengegend und dann schießt es euch in den Sinn: ich will eine Pommes mit Zwiebelsauße. Und danach Eiscreme mit Ketchup! Ganz klar: ihr seid schwanger. Sowas verrücktes kann man nicht freiwillig essen. Zugegeben, nicht immer sind Heißhungerattacken so ausgeflippt. Ich fahre in dieser Schwangerschaft zum Beispiel ganz simpel auf Gurken ab. Gurken pur, Gurkensalat, Essiggurken, Gurken scharf, Gurken süß und würzig. Gurken halt. Und manchmal überkommt mich das so plötzlich, dass ich direkt zum Kühlschrank muss! Sch… nur, wenn dann keine da sind!!!

3. Toilettengänge mal anders
Ihr sitzt in der Uni im Seminar und könnt nicht aufhören an den kürzesten Weg zur Toilette zu denken. Ständig verspürt ihr einen leichten Brechreiz und ihr müsst Pipi! Obwohl ihr doch eben extra nochmal auf Toilette wart. Selbiges passiert euch im Bus, beim Bäcker, beim Plausch mit den Nachbarn (denen ihr in Übrigen nicht von eurer misslichen Lage erzählen könnt, denn die wissen ja noch nicht mal, dass ihr schwanger seid).

Jedenfalls geht es mir ständig so! Ich benötige immer genau dann eine Toilette, wenn gerade keine vorhanden ist und sehe mich dann immer Hilfe suchend um. Alle Maßnahmen bringen einfach nichts. Naja, könnte auch an der vorangehenden Schwangerschaft liegen, da ist der Beckenboden…naja lassen wir das!
Dazu kommt die Übelkeit, aufgrund der ich mich am liebsten rund um die Uhr in der Nähe eines stillen Örtchens wissen will. Man weiß ja nie, wann einem wieder übel wird.

4.Müdigkeit
Ich bin soooo müüüüde! Punkt. Egal zu welcher Tageszeit, egal wie viel ich vorher geschlafen habe, in den ersten Wochen der Schwangerschaft will ich nur eins: schlafen (ok, und essen!).

5. Gefühle wie auf Wolke 7
Ihr habt ein Grinsen wie ein Honigkuchenpferd, der Bauch wird extra weit herausgestreckt, damit er auch ja jedem auffällt und obwohl das Wetter schlecht ist, lauft ihr fröhlich singend durch die Straßen? Ganz klar: schwanger! Und zwar sowas von! Aber sind wir doch mal ehrlich, diese Glücksgefühle nach einem positiven Schwangerschaftstest, nach dem ersten Ultraschall vom Knöpfchen, das kann doch nichts in der Welt toppen, oder?
In meiner jetzigen Schwangerschaft fiel mir diese unbändige Freude zu Anfang oft schwer – nach meiner Fehlgeburt hatte ich große Verlustängste um das neue Baby. Aber nun schwebe auch ich auf Wolke 7, laufe selbst bei schlechtem kalten Kölner Wetter gut gelaunt durch unser Veedel und grinse alle Menschen an, die mir entgegen kommen. Alle Schwangeren mustere ich freundlich und schenke ihnen ein wissendes Lächeln, das ihnen sagen soll ich weiß, wie glücklich du dich fühlst.

Welche merklichen – vielleicht auch belustigenden Veränderungen – habt ihr in eurer Schwangerschaft gespürt?

Alles Liebe,
eure Jasmin


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