Egal ob große oder kleine Kinder - alle möchten gern beschäftigt werden. Gerade zur Weihnachtszeit zermartern sich Eltern den Kopf, was man dem Nachwuchs unter den Weihnachtsbaum legen kann, um ihm eine Freude zu machen. Viele Eltern haben aber die Erfahrung gemacht, dass es oft gar nicht das herkömmliche Spielzeug ist, das den Kindern große Freude bereitet, sondern, dass es häufig die alltäglichen Gegenstände sind, die das Interesse wecken. Ich selbst musste das auch schon oft feststellen. Gab ich Samuel seinen tollen Playmobiltracktor, der doch eben noch so furchtbar interessant war, verlor er schnell das Interesse daran. Dann kam er mir in die Küche hinterhergestiefelt und wollte statt mit seiner Kinderküche mit richtigen Töpfen und Pfannen "kochen". Eva von kleine_schlawiner erzählt uns heute, wie sie kreativ mit ihren Kindern spielt und die kleinen Mäuse dabei versucht spielerisch zu fördern.

Nachdem  unser kleiner Lu da war merkte ich sehr schnell, dass ich mich in meiner Schwangerschaftseuphorie von den vielen wunderschönen Dingen verleiten lassen habe und wir viel zu viele Spielsachen zu Hause hatten und vor allem unnötig Geld dafür ausgegeben haben. Schade drum, aber es blieb am Ende dann doch das meiste in einer Kiste.

Ich komme aus der Kinder- und Sonderpädagogik, daher war es mir schon immer wichtig Kinder individuell zu fördern, aber mit ganz viel Spaß und vor allem nach ihren Interessen. Komplexe Themen mussten herunter gebrochen und anschaulich gemacht werden, damit die Kinder handelnd lernen können. So verschieden wie jeder Schüler war konnte es kein passendes Lernmaterial geben, daher habe ich es am liebsten selber hergestellt. Ich hatte mich an meine Schüler erinnert, denen klar strukturiertes und sinnliches Material so gut tat. An Maria Montessori mit ihrer vorbereiteten Umgebung, die sich nach den Interessen der Kinder orientiert und in der sich Gegenstände befinden die zum Handeln auffordern.

Geleitet durch meine Erfahrungen machte ich mich auf meinen eigenen Weg Kleinkinder zu fördern und nicht mit einem Überangebot an Spielzeug zu überfordern.

Die einfachsten Dinge sind oft die Besten und liegen meist so nahe. Mir ist aufgefallen, dass es vielen Müttern so geht und sie vergessen haben, wie einfach es ist das Interesse ihrer Kinder zu wecken und sie sinnvoll zu beschäftigen. Daher wünsche ich mir, dass wir uns gegenseitig  inspirieren um aus einfachen Alltagsgegenständen abwechslungsreiche Lernsituationen zu schaffen.

Hier ein paar Ideen, die in weniger als einer Minute vorbereitet sind und sicher auch eurem Kind viel Spaß bereiten.

Was für die Sprache: Auspacken

Na, wer hat sich hier versteckt - je nach Alter können Alltagsgegenstände, Puzzleteile oder Spieltiere Ruck Zuck in Alufolie eingepackt werden. Das Auspacken ist spannend, fördert die Feinmotorik und die Sprache und beschäftigt die Kleinen eine ganze Weile. Euer Kind wird euch mit Sicherheit ganz von selbst sagen, was sich unter dem knisternden Alu verbirgt.
Die Folie könnt ihr selbstverständlich wiederverwenden und dieses Spiel beliebig oft wiederholen.

Was für die Feinmotorik: Otto füttern

Otto ist ein Tennisball und hat immer Hunger. Ihr schneidet einfach mit dem Teppichmesser einen Mund hinein und malt Augen auf, schon könnt ihr ihn füttern. Er mag nicht nur Knöpfe, sondern auch Zahlenreihen oder vielleicht das ABC. Je älter die Kinder werden, desto kleiner können die Gegenstände sein, die gefüttert werden. Besonders Spaß macht es, ihn nach getaner Arbeit so lange zu Schütteln bis ihm schlecht wird und er wieder alles ausspuckt.

Was für alle Sinne: Eisbomben

Eine Super Abkühlung; die alle Sinne anspricht. In großen Formen wie zum Beispiel Muffinförmchen oder Förmchen aus Silikon können je nach Interesse des Kindes verschiedene Dinge in Wasser eingefroren werden. Das können Sachen aus der Natur wie Kräuter sein, aber auch Spielsachen wie Duplo-Figuren kommen gut an.

Nun geht es darum, die eingefrorenen Dinge wieder frei zu bekommen. Dabei können eure Kinder alles ausprobieren, was sie möchten. Lecken, lutschen, in den Händen wärmen, ... eurer Phantasie und der eurer Kinder sind hier keine Grenzen gesetzt.

Was für die Wahrnehmung: Wühl und Schüttkiste

Eine flache Kiste wird mit Erbsen, Bohnen, Nudeln, Reis, Tannenzapfen, Steinchen oder  vielen anderen Materialien befüllt. Und schon geht’s los: die Kleinen lieben es, darin zu wühlen und alles zu befühlen. Toll eignet sie sich auch als Start für Schüttübungen. Hierbei  ist nur wichtig, dass ihr Gefäße bereit legt, die für Kinderhände passend sind. Eine weitere Idee ist es, daraus ein Suchspiel zu machen. Dazu versteckt ihr einfach kleine Gegenstände und lasst eure Kids suchen.

Was für die Augen-Hand-Koordination: Deckel ernten

Quetschies lieben die meisten Kinder, aber warum die Deckel wegwerfen? Es gibt so viele tolle Dinge, die man damit machen kann. Zum Beispiel nach Farben sortieren, stapeln, zählen, Muster legen, baden, …. Oder eben an ein Klebeband drücken und wieder abernten. Selbst größere Kinder mögen es Farbmuster nachzukleben. Und es ist in weniger als 1 Minute vorbereitet.

Habt ihr vielleicht weitere Spielideen, die jeder ganz einfach zu Hause nachmachen kann? Ich freue mich, wenn wir einige davon in den Kommentaren sammeln könnten und uns gegenseitig inspirieren.

Alles Liebe,
eure Jasmin

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