Studentenkind – nicht immer ist alles easy peasy

Das Semester ist fast um. Die Klausurenphase geht bald los und ich starte in die heiße Lernphase. Eigentlich muss ich sagen wir, denn seit Samuel da ist, kann ich in Sachen Uni nichts mehr nach meinem eigentlichen Tempo machen. Ich bin gezwungen, meinen Lernplan und die Vor- und Nachbereitungen immer alles an die Laune, die Schlaf- und Wachphasen und die Gesundheit meines Kindes anzupassen.
In den ersten Wochen war das alles ziemlich easy peasy, denn ich bin mit einem Schlaf-liebenden Kind gesegnet – zumindest tagsüber. Anfangs hatte Samuel ab 22 Uhr seine wache Phase und schlief vor 2 Uhr morgens selten ein – da war’s dann nix mit “abends lernen”.
Mittlerweile hat sich das weitgehend eingependelt und ich könnte mich abends ran setzen. Aber wenn man jede Nacht drei Mal wach wird und den ganzen Tag durchpowert, immer für das Kind da ist, will man auch nicht jeden Abend vor der Uni-Lektüre sitzen. Nicht zuletzt weil man sich ja um diese Uhrzeiten kaum noch konzentrieren kann. Immerhin schlief Samuel in den Veranstaltungen (in Seminaren und Vorlesungen) fast immer oder war eben wach aber lauschte zufrieden. Das machte mir das Aufpassen ziemlich einfach und ich konnte sogar mitschreiben (außer wenn ich rechts stillen musste – mit links kann ich einfach nicht schreiben!).

Nun schläft Samuel immer noch recht viel. Dann ist doch immer noch alles easy popeasy, oder? Ne! Gar nicht! Samuel schläft – aber eher so ab 13 Uhr. Uni hab ich aber eher vormittags und da ist er dann meistens wach und möchte spielen. Darf er auch, aber er ist dabei eher laut (ist ja auch völlig verständlich und normal!). Ich persönlich habe damit kein Problem und kann die Geräuschkulisse ausblenden, aber die Dozenten und anderen Studis fühlen sich schon auch mal gestört.
Also gehe ich aus dem Raum – in letzter Zeit häufiger – und verpasse dadurch trotzdem viel Stoff. Den muss ich dann wiederum zu hause nacharbeiten (während ich neuen Stoff vorbereiten muss, versteht sich). Ihr seht, es ist ein Kreislauf. Es gehört viel Durchhaltevermögen dazu, in den richtigen Momenten ruhig zu bleiben, sich nicht stressen zu lassen und alles etwa lockerer zu sehen. Und eben ganz viel Arbeit!
Pauken im Wohnzimmer - studieren mit Baby macht erfinderisch
Lernen, wenn das Baby schläft.
Nun steht die Klausurenphase an und ich merke, dass meine freie Zeit, in der ich lernen könnte, viel für Samuels Bedürfnisse drauf geht. Das ist für mich zunächst gar nicht schlimm. Ich weiß ja, dass mein Baby mich braucht und würde im Zweifelsfall immer seine Bedürfnisbefriedigung vorziehen. Aber es erfordert eben viel viel mehr Planung als das bislang ohne Kind der Fall war.
Ich habe mir deshalb einen Übersichtsplan erstellt, in dem ich eintrage, wann ich noch etwas vorbereiten muss (zum Beispiel Texte lesen, Prüfungsthema suchen, etc), wann ich bereits für andere Dinge verplant bin (PEKiP, Schwimmkurs) und wann ich potentiell Zeit zum Lernen habe. Von der geplanten Lernzeit wird sicherlich die Hälfte für sonstige Dinge, die mal eben schnell gemacht werden müssen drauf gehen (oh wir haben kein Brot mehr? Dann geh ich mal noch schnell einkaufen. Es gibt keine Spucktücher mehr? Schnell Wäsche waschen. Keine Windeln mehr? Schnell zu dm.) – aber die andere Hälfte möchte ich versuchen nur fürs Lernen zu verwenden.
Zwischen all der Planung möchte ich vor allem zwei Dinge (Priorität in umgekehrter Reihenfolge als aufgelistet!):
1. Am Ende stolz auf mich sein können und zu sehen, was ich alles geschafft habe!
2. Meinem Baby gerecht werden und für ihn nicht weniger liebevoll sein und nicht weniger da zur Verfügung stehen als eine Mama, die ein Jahr in Babypause ist!
Alles Liebe,
eure Jasmin

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