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Die Taufe unseres Jüngsten fand bei schönstem Sonnenschein an diesem ersten Juniwochenende statt. Für uns ein ganz besonderes Fest, das wir im Kreise von Freunden und Familie feiern möchten. Da wir unsere Kinder recht frei erziehen und immer darauf bedacht sind, ihre Wünsche und Bedürfnisse zu respektieren, bekamen wir in den letzten Wochen einige Nachrichten mit der Frage, warum wir unsere Kinder denn überhaupt taufen lassen. Eine so frühe Taufe entspräche nicht deren freien Entscheidung – so der Inhalt der Nachrichten. Ich möchte deshalb kurz erklären, wie es zu der Entscheidung kam.

Während Niklas gar nicht so religiös ist, bin ich es umso mehr. Ich wurde als Baby getauft und bin im christlichen Glauben groß geworden. Wir sind zwar nicht jeden Sonntag mit der Familie in die Kirche gegangen, aber der Glaube an Gott war ein fester Bestandteil meiner Kindheit. So betete ich jeden Abend mein Abendgebet vor dem Schlafengehen – so wie für andere eine Gute-Nacht-Geschichte ein Einschlafritual ist, war es für mich das Abendgebet. Auch haben wir sehr häufig ein Tischgebet gesprochen, bevor wir aßen. Ich erinnere mich noch genau an den Gebetswürfel.
Als ich dann etwas größer war, ging ich zur Kommunion und fing danach mit dem Altardienst in unserer Gemeinde an. Dort war ich zwei Mal im Monat als Ministrantin tätig und als ich ca. 14 Jahre alt war, ging ich sogar auf Wallfahrt nach Rom, wo ich den Papst traf.

Neben all der Erfahrung in der Gemeinschaft war für mich das persönliche Gebet immer sehr wichtig. Auch heute noch bete ich regelmäßig, auch wenn ich es nicht mehr so häufig in den Gottesdienst schaffe. Für mich ist es nicht mehr so wichtig, jeden Sonntag in die Kirche zu gehen, als viel mehr im Alltag Platz für meinen Glauben zu lassen. Der Glaube an Gott hat mich sehr oft in meinem Leben bestärkt und mir Halt gegeben, insbesondere nach Samuels schlimmem Verbrühungs-Unfall, bei dem er fast transplantiert worden wäre (mehr dazu hier) und nach meiner Fehlgeburt.

Für unsere Kinder wünsche ich mir, dass sie neben dem Glauben an sich selbst auch jemanden haben, der sie beschützt, jemanden, an den sie glauben können, wenn sie das möchten. Und bis sie alt genug sind, alles zu verstehen, möchte ich, dass sie im Glauben groß werden. Ich wünsche mir, dass sie zur christlichen Gemeinschaft gehören und die selbe Erfahrung wie ich machen dürfen. Ich wünsche mir, dass sie die Taufe als erstes heilige Sakrament erfahren und in einem christlichen Umfeld mit christlichen Werten aufwachsen.
Nach der katholischen Taufe folgt später die Firmung, zu der sich jeder Täufling ganz frei entscheiden kann und dort seinen Taufbund erneuert. Das heißt für meine Kinder, dass sie bis dahin der katholischen Gemeinschaft zugehörig sind und dann selbst entscheiden können – ich glaube, man ist ca. 14 bei der Firmung – ob sie weiter zu dieser Gemeinschaft gehören möchten.

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Sollten unsere Kinder später nicht an Gott glauben oder nicht mehr Teil der katholischen Gemeinschaft sein wollen, dann steht es ihnen selbstverständlich frei, nicht zur Kommunion oder nicht zur Firmung zu gehen oder aus der Kirche auszutreten. Ich weiß, dass es andere Glaubensgemeinden gibt, die ich auch akzeptiere – ich bin da sehr offen. Aber bis dahin wünsche ich mir, dass ich meinen Kindern vermitteln kann, dass der Glaube an Gott etwas sehr wertvolles ist.

Alles Liebe,

Jasmin

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