Feel the Avocado // Schwangerschaftswoche 15 und 16

Schon wieder sind zwei Wochen vergangen und mit Ende der 16. Woche startete ich bereits in den 5. Schwangerschaftsmonat. Verrückt! Es kommt mir noch wie gestern vor, als wir den positiven Test auf unserer Asienreise mitten im Trubel vom schwülen in Bangkok in der Hand hielten. Zwei Striche waren da und in uns ein Kribbeln. Und jetzt kann ich schon die Schwangerschaftswochen 15 und 16 Revue passieren lassen. Meine Gedanken zu den Wochen 8-12 und 12-14 findet ihr übrigens hier und hier.

Baby Bump Update,
Schwangerschaftswoche 15 und 16

So groß wie…

In der 15. Schwangerschaftswoche ist das Baby durchschnittlich so groß wie eine Birne, ganze 10,1 Zentimeter. Es wächst schließlich bis in der 16. Woche auf die Größe einer Avocado heran (yummie, ich liebe Avocados!) und misst dann ganze 11,6 Zentimeter. Auch in dieser Woche kann ich mich gedanklich nur an diesen Durchschnittswert halten, denn ich war immer noch nicht bei meiner Frauenärztin. Stattdessen war meine Hebamme zur Vorsorge bei uns, ertastete das Baby und sagte mir, dass es ihrer Meinung nach etwas größer als durchschnittlich sei. Echt jetzt? Dabei sind Niklas und ich beide recht klein. Ein Wachstumsschub könnte die Ursache für Babys Länge sein und nichts trüge Grund zur Sorge bei sagte unsere Hebamme. Gut, also eine kleine größere Avocado. Fein!

Körpergefühl.

Mein Körper gefällt mir immer noch ausgesprochen gut, vor allem der Babybauch zeichnet sich im nackten Zustand so völlig anders ab, als in der letzten Schwangerschaft. Diesmal wächst er (noch?) nur nach vorne und meine Hüften sind nicht wesentlich breiter als vor der Schwangerschaft. Tatsächlich fühle ich mich richtig hübsch mit dem kleinen Bäuchlein und kann es nicht lassen, mich im Spiegel zu betrachten. Für mich ist das ganz ungewohnt, denn bei Samuel fühlte ich mich schnell nur noch dick und gar nicht attraktiv. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich tatsächlich auch immer noch kein Gramm zugenommen (- trotz Weihnachten! Yay!), die Wage zeigt konstant etwas zwischen 55,5 und 56 Kilogramm an. Ich bin aber ziemlich sicher, dass sich das ganz bald ändern wird.
Meine Haut verliert ein immer mehr die gewohnte Frische und ich bekomme plötzlich viele Pickel. Auch das ist ungewohnt, denn ich hatte noch nie mit Hautunreinheiten zu kämpfen, seit Ende des 1. Trimesters wird es immer schlimmer.
Insgesamt fühle ich mich von der körperlichen Schönheit abgesehen eher unwohl. Noch immer zieht sich eine fiese Übelkeit durch den gesamten Tag, begleitet von Müdigkeit. Mein Bett ruft förmlich nach mir, aber Wirbelwind Samuel benötigt meine volle Aufmerksamkeit und möchte spielen. Also reiße ich mich zusammen und freue mich insgeheim doppelt, wenn Niklas von der Arbeit oder Uni kommt und mich ablöst.

Babybauch.

Das Bäuchlein ist vom Gefühl her weiter gewachsen. Leider habe ich keinen Vergleichswert aus den vorherigen Wochen (auf die Idee den Umfang zu messen, bin ich nicht gekommen #pregnancybrain), aber der aktuelle Umfang beträgt bereits stolze 84 Zentimeter. Heieiei, wo will das Bäuchlein diesmal bloß hin wachsen? Aber schön ist es, schön rund.

Das Stimmungsbarometer.

Ich atme viel und lange tief durch, in der Hoffnung, dass ich nicht zu streng mit Samuel bin, wenn meine Nerven wieder einmal blank liegen. Stattdessen versuche ich viel mit ihm zu kuscheln, ihm in Ruhe alles zu erklären und meistens versteht er es tatsächlich. Mein Nervenkostüm ist zwar immer noch recht schwach aber ich übe mich in Geduld mit meinem Kind. Allgemein würde ich sagen, dass die Launen in diesen beiden Wochen nicht so sehr zwischen Trübsal und Glückseligkeit schwankten wie zuvor. Die Weihnachtsferien in der Uni haben angefangen, die Feiertage sind vorüber und ich bin eigentlich recht glücklich gerade. Hier und da fließt aber schon noch mal ein Tränchen

Leckermäulchen und Naschkatze.

Die Gurken sind nicht mehr alleiniger Dauerbrenner, nein ich könnte mich in Avocados wälzen und sie jeden Tag essen. Und das genau während ich eine kleine Avocado in mir trage – was ein Zufall. Gurken und Avocados also. Ach ja und Smoothies. Ich habe beschlossen, häufiger einen Energiereichen und leckeren Smoothie zu zaubern, da es mir die Übelkeit oft nicht vor 13 Uhr zulässt überhaupt etwas zu essen. Einen Smoothie hingegen bekomme ich ganz gut runter und wenn ich clever mixe, enthält er alle Nährstoffe für einen guten Start in den Tag! Meistens lasse ich mich von Foodbloggern inspirieren oder greife auf meine eigenen Smoothie-Rezepte zurück (die gibt es hier).

Mein persönlicher Glücksmoment.

Auch jetzt gab es wieder einen Herzensmoment. Oh und was für ein toller Glücksmoment das war. Wo fange ich an? Ach ja, meine Hebamme war zur Vorsorge hier. Wir haben über alles mögliche gesprochen, den Bauchumfang gemessen und und und. Tja und dann wollte sie DAS BABY TASTEN! Ich war völlig perplex. So früh? Kann man da denn schon etwas fühlen? Das ist doch noch winzig! Naja, eine Avocado halt. Hm, also das Bäuchlein frei gemacht und los gefühlt. Es ist etwas ganz anderes, wenn das Baby so früh in der Schwangerschaft ertastet wird, als beim CTG ein paar Wochen vor der Geburt. So habe ich das noch nie erlebt, denn der Frauenarzt macht ja lediglich einen Ultraschall.
Als die Hebamme unser Baby gefunden hatte, nahm sie meine beiden Hände und ließ mich selbst spüren. So konnte ich bereits in Woche 15 unser Baby ertasten und mit der Hilfe der Hebamme sogar das winzig kleine Köpfchen fühlen. Ein Moment, in dem ich den Atem anhielt, um nichts zu verpassen. Eine gefühlte Ewigkeit lag ich da und spürte in mich hinein, die Welt um mich herum stand für einen Augenblick still. Mir schießen jetzt noch die Tränen in die Augen, wenn ich an diesen Moment denke, so zufrieden und glücklich hat mich das gemacht. Wisst ihr, zwischen all der Missgunst, dem Übel dieser Welt, dem Leid sind es doch diese Atem raubenden kleinen Momente, die zählen und die wir schätzen sollten. Deshalb bin ich von Herzen dankbar zum dritten Mal dieses Wunder zu erleben, auch wenn eines unserer Kinder niemals bei uns sein kann.

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Alles Liebe,
eure Jasmin

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