Wochenbettimpressionen Wochen 4-6 >> So müde war ich noch nie!

Die vierte Woche Wochenbett fühlt sich so ganz anders an, als die letzten drei. Unsere zuckerwattenweiche Babyblase schwindet so langsam, löst sich nach und nach auf. Ob sie wohl bald platzt? Ich bin wehmütig, wünsche mir immer häufiger, die Zeit doch mal anhalten zu können, den Moment noch ein mal zu erleben. Aber mir bleibt nichts, als für einen Augenblick im Hier und Jetzt zu verweilen, dankbar zu sein für das was wir haben und die Tage so gut es geht aufzusaugen. Manchmal ist das gar nicht so leicht, denn hier haben sich auch die ersten Ängste eingeschlichen. Mama-Sorgen, wie ich sie oft lachend nenne. Aus unserem zufriedenen fast immer schlafenden Baby ist ein meist zufriedenes selten schlafendes Baby geworden. Mich macht das ganz verrückt nicht zu wissen, woran es wohl liegen mag, haben wir uns doch die letzten Wochen so viel Ruhe gegönnt. Ich komme manchmal fast um vor Sorge weil unser klitzekleines Baby einfach nicht einschlafen kann – und wir haben schon so viel versucht. Und wenn er dann mal schläft, ist es nicht von langer Dauer.  Unsere Maßnahme sind nun einige Besuche bei einem guten Osteopathen und die Hoffnung auf Besserung. Dieser kleine Mensch wird jetzt schon so geliebt und ich wünsche mir, dass er einen Platz in der Familie findet, an dem er gut zur Ruhe kommen kann. Vielleicht klappt es ja dann auch bald wieder mit dem Schlafen. So lange erinnere ich mich an meine Worte und genieße den Augenblick, denn der nächste ist schon beim kommenden Wimpernschlag verstrichen. Was bleibt mir auch anders übrig, als alles so richtig auszukosten?!

Wochenbettimpressionen Wochen 4-6 >> So müde war ich noch nie!

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So langsam kehrt hier Leben ein, hektischer Alltag, erste Besuche werden in Empfang genommen und noch eine große Veränderung steht an: Niklas’ Urlaub ist vorüber. Mein erster Nachmittag und Abend ganz allein mit zwei Kindern, denn Niklas muss wieder arbeiten.

Ich nehme mir vor, heute ganz besonders dicke Nerven zu haben – aber das ist alles gar nicht notwendig. Viel zu sehr habe ich mir Angst gemacht, denn es klappt alles wie am Schnürchen. Ich gehe mit beiden Kindern auf den nahe gelegenen Spielplatz, dort stille ich Mio und sitze auf der Bank, während Samuel sich allein beschäftigt. Er genießt es so sehr draußen zu sein und ist auch richtig K.O. als wir nach Hause gehen. Abendessen, baden, alles klappt reibungslos. Ich bin fast schon verwundert, als ich um 19 Uhr neben zwei schlafenden Kindern im Bett liege und gebe mir innerlich ein “high five”! Da wusste ich noch nicht, dass nach einer halben Stunde Kind Nummer 1, nämlich unser Samuel, wieder wach ist und nach Papa verlangt. Nein, geschlafen wird erst, als der von der Spätschicht kommt und den müden Sohn in seine starken Arme nimmt. Ich bin dagegen völlig erschöpft und heilfroh, jetzt nicht mehr allein zu sein.

Wochenbettimpressionen Wochen 4-6 >> So müde war ich noch nie!

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Noch etwas hat sich in Woche vier verändert. Ich merke, wie es mich morgens schon aus dem Bett zieht. So langsam fällt mir die Decke auf den Kopf und ich brauche einen Tapetenwechsel. Ich werde jetzt wohl ohnehin nicht mehr allzu viel Zeit im Bett verbringen können, jetzt wo Niklas wieder arbeiten muss. Unsere Tage gleichen einander und so langsam realisiere ich, dass das jetzt mein neuer Alltag ist.
Ich koche also Mittag und gehe anschließend mit Samuel und Mio auf den Spielplatz in den nahe gelegenen Park. Es klappt erstaunlich gut. Samuel zieht seine Kreise um den Kinderwagen, traut sich nicht so richtig weit weg und beobachtet. Vielleicht hat er Angst dass Mama weggehen könnte? Ich weiß es nicht. Aber mir ist es ganz recht, denn so muss ich nicht allzu viel Laufen und kann mich noch etwas schonen. Daher sitze ich auch bald schon mit Mio stillend auf der Bank mitten auf dem Spielplatz. Größere Kinder kommen und gucken, was ich da mache. Samuel kommt angelaufen und zeigt auf seinen Bruder. “Mio!” ruft er und dann streichelt er ihn sanft am Köpfchen. Hach, dieser Stolz in seinen Augen macht mich sehr glücklich.

Wochenbettimpressionen Wochen 4-6 >> So müde war ich noch nie!

Wir schlendern nach Hause, essen Abend und ich bringe Samuel ins Bett. Das klappt heute gut, auch wenn es eine ganze Weile dauert bis Samuel schläft. In Woche fünf sieht fast jeder Tag so aus. Frühstück, spielen, Mittagschlaf, Spielplatz, Abendessen. Ich bin froh um die Routine, sie gibt uns allen Struktur.

Woche 6 – für uns nochmal eine riesen Umstellung. Denn: unser Samuel ist seit Montag ein Kindergartenkind. Wahnsinn! Jetzt wird er flügge, verlässt zum ersten Mal so richtig das elterliche Nest. Ich bin ein bisschen wehmütig und denke oft an unsere gemeinsame Exklusivzeit zurück. Aber es ist schön zu sehen, dass Samuel so viel Spaß in der Kita hat. Übrigens bringt ihn immer Niklas hin, der kann das irgendwie besser mit dem Trennungsschmerz. Aber dann kommt der Freitag, Niklas hat Frühschicht und heute bin ich dran mit Kitaeingewöhnung. Hach! Das will ich wuppen. Und tatsächlich. Ich bin stolz! Heute Früh hat um sieben Uhr der Wecker geklingelt, ich habe geduscht, dann Samuel angezogen, mich geschminkt, Samuel ein schnelles Frühstück bereitet, mich angezogen, alle Sachen zusammengepackt, Mio geweckt und angezogen und war pünktlich um viertel vor neun im Kindergarten für die Eingewöhnung. Nach zwei Stunden Wartebank drücken, ob ich gebraucht werde, bin ich mit beiden Kindern anschließend einkaufen gegangen, habe Mittagessen gekocht und war motiviert, danach mit beiden Kids an die frische Luft zu gehen. Ein guter Tag.

Aber es gibt auch andere. Tage, da habe ich kaum Kraft meinen Mamakörper aus dem Bett zu hiefen. Da will ich liegen bleiben, mir Ruhe gönnen. Ich glaube gerade ist es besonders schlimm. Die Hormone verändern sich und der Schlafmangel macht sich täglich bemerkbar. Kennt ihr diese Tage, an denen ihr morgens so müde seid, dass ihr das Gefühl habt, schon den ganzen Tag auf den Beinen gewesen zu sein? So geht es mir in den letzten Tagen nicht selten. Ich bin so müde, der Körper schwer und alles tut weh. Die Augen brennen – und trotzdem weiß ich: ich muss jetzt da raus und meinem Kind ein Frühstück bereiten. Ich muss Windeln wechseln, Mittagessen kochen, einkaufen, spielen, die Kinder umziehen und irgendwie bis zum Abend durchhalten. So ein Zweifach-Mama-Leben ist nämlich auch ganz schön anstrengend! Und genau das macht mich aber heute so glückselig, wisst ihr? Man weiß ja nie vorher was und wie dieses Mama-Ding abläuft, man wächst da einfach rein, wächst mit den Aufgaben und dem Alltag. Und ich habe das Gefühl, dass ich das zeitweilig ganz gut hin bekomme, das Mama Sein. Es gibt immer gute und schlechte Tage, Tage an welchen ich schon morgens weiß: “das gibt heut nix”. Aber das ist okay. Finde ich jedenfalls. Und wenn ich es mir recht überlege, ist dieses Mama Ding neben all der Anstrengung auch echt ganz schön cool!

Alles Liebe,
eure Jasmin

 


2 Kommentare Gib deinen ab

  1. MARGARETE AUDREY MARGARETE AUDREY sagt:

    Es gefällt mir so gut hier (und auf Installation) immer von eurer Entwicklung mit 2 Kindern zu lesen und so nochmal zu erinnern uneingeschränkt manchmal vielleicht ein bisschen zu verarbeiten. Bei uns war es nämlich ganz genauso!!! Und mit dem 3. Wird es dann gaaaanz entspannt 😉

  2. Christina Christina sagt:

    Ich glaube du machst das gut. Es gibt immer gute und schlechte Tage, aber die gibt es überall. Übrigens finde ich, dass Mio auf dem 4 Wochen Bild Samuel unglaublich ähnlich sieht! 😍

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