Aller Anfang ist schwer – 5 Tipps zum Stillstart

                                                                                                                                                                                                            *Anzeige
Spätestens mit der Geburt meiner Kinder habe ich mich gefragt, wie es mit dem Stillen wohl klappen wird. Vor allem bei Samuel fragte ich mich, wie es sich anfühlen würde, wenn das Kind an der Brustwarze saugt. Wann kommt mein Milcheinschuss und wird das Baby schnell lernen, wie es trinken muss? Unweigerlich macht man sich ein paar Gedanke dazu, auch wenn ich persönlich mir nie Stress damit gemacht habe.
Mit der erneuten Schwangerschaft habe ich mich sehr auf eine neue Stillbeziehung gefreut. Wer schon länger diesen Blog ließt, weiß, wie gern ich Samuel gestillt habe und wie traurig ich war, als er sich plötzlich ganz von selbst abstillte (nachzulesen hier und hier). Für mich das Stillen ein ganz wunderbares Gefühl, schafft es doch innige, vertraute Momente zwischen mir und meinem Baby. Und so stürzte ich mich vor gut zwei Wochen voller Vorfreude in eine neue Stillbeziehung mit unserem kleinen Mio.
Ich hatte auch diesmal wahnsinniges Glück, denn Mio stillte quasi von Beginn an wie aus dem Lehrbuch – er öffnete den Mund weit, saugte kräftig (und ständig – puh), wir hatten keine Probleme. Der Milcheinschuss kam dann aber auch recht schnell und der machte mir ordentlich zu schaffen. Auch die Brustwarzen mussten sich erst wieder an die neue Belastung gewöhnen, schließlich waren sie das kontinuierliche Saugen seit gut 4 Monaten nicht mehr gewohnt. Ich habe euch deshalb mal meine besten Tipps für einen möglichst entspannten Stillstart zusammengeschrieben.
Die Milchproduktion in Gang bringen
Anfänglich (noch vor dem Milcheinschuss und oft schon während der Schwangerschaft) bildet die Brust das sehr nahrhafte Kolostrum. Es enthält Nährstoffe wie Eiweiße, Lipide, Antikörper und Vitamine und versorgt den Säugling mit allem, was er benötigt. Außerdem unterstützt es das Absetzen des Mekoniums, dem ersten Stuhl des Neugeborenen, auch Kindspech genannt. Vom Kolostrum kann sich euer neugeborenes Baby also mehrere Tage ernähren, ohne Hunger zu leiden. Man sollte sich deshalb keinen Stress machen, wenn der Milcheinschuss etwas länger auf sich warten lässt. Vielleicht hilft es, sich die Magengröße des Babys vor Augen zu führen. Der ist nämlich in den ersten Tagen gerade einmal so groß wie eine Murmel und damit sehr schnell gut gefüllt (mehr dazu hier).
Trotzdem ist es natürlich gut, die Milchproduktion möglichst zügig in Gang zu bringen. In erster Linie hilft hier anlegen, anlegen, anlegen. Zusätzlich kann man Stilltee oder Malzbier trinken, diese regen die Milchproduktion an. Wichtig ist außerdem viel Ruhe und vor allem eine regelmäßige Nahrungsaufnahme. Fünf bis sieben (kleinere) Mahlzeiten täglich sind hier ratsam. Ich esse beispielsweise zwischendurch immer mal wieder eine Hand voll Nüsse, das reicht oft schon für einen neuen Energieschub.
Milcheinschuss – was hilft?
 Der Zeitpunkt, wann der Milcheinschuss eintritt, ist von Frau zu Frau verschieden, denn er wird hormonell gesteuert. Man sagt, dass weinen, die Geburt an sich und viel kuscheln heöfen können, die entsprechenden Hormone auszuschütten. Ein paar Tage nach der Geburt ist er dann aber hoffentlich da – der Milcheinschuss. Wobei ihr ihn in diesem Moment vielleicht verfluchen werdet. Die Brüste spannen, sind angeschwollen (ich hatte ganze zwei Körbchen mehr) und der Busen ist schwer. Auf dem Bauch schlafen ist undenkbar.
Was hilft also beim Milcheinschuss?
Zunächst ist es wichtig zu wissen, was da in der Brust passiert. Beim Milcheinschuss wird zunächst die Blutzirkulation in den Brüsten gesteigert, was zu einer vermehrten Ausscheidung von Lymphflüssigkeit führt. Diese kann oftmals nicht sofort wieder abgebaut werden, sodass eine Art Lymphstauung im Zwischendrüsengewebe in der Brust entsteht. Man sieht, dass die Brust “arbeitet” oft an den hervortretenden Äderchen.
Mit diesem Wissen ist es ratsam, die oft schmerzende Brust  im Wechsel zu Kühlen und zu wärmen, um das Spannungsgefühl zu lindern. Kühlung lässt die Gefäße eng werden und gibt der Brust das Signal, die Produktion herunter zu fahren. Wärme hingegen weitet die Gefäße und lässt die Milch besser fließen. Ich habe zwischen den Stillmahlzeiten mindestens 1-2h beide (!) Brüste gekühlt und dann vor dem Anlegen für ca. 10 Minuten gewärmt. Dafür bieten sich übrigens ganz unterschiedliche Kühlmöglichkeiten an. Retterspitz fand ich aufgrund des angenehmen Geruchs super und er kühlt, wie ich finde, angenehmer als die Coolpacks aus dem Froster. Einfach einen Schuss Retterspitz mit Wasser mischen, ein Moltontuch damit tränken und dann auf die nackte Brust legen. Toll sind auch Quarkwickel, weil sie zusätzlich eine entzündungshemmende Funktion haben. Dafür verstreicht man je einen Esslöffel Quark auf einer Hälfte eines Küchenpapiers, faltet dieses und legt es sich auf die Brust (Brustwarzen bitte aussparen). Für eine Brust benötigt man also 2 solche Wickel, eins oberhalb der Mamille, eins unterhalb. Ich habe mir in eine Dose einen ganzen Stapel solcher Quarkwickel vorbereitet und konnte dann immer wieder darauf zugreifen. Als Alternative bieten sich Kühlpacks an.
Was tun bei Schmerzen oder zu viel Milch?
 Solltet ihr Schmerzen haben, weil eure Brust zu voll ist, hilft oft ein sanftes Streichen über die Brust, von der Achselhöle bis zur Brustwarze. Das Ausstreichen kann beliebig oft wiederholt werden bis ihr Erleichterung verspürt.
Solltet ihr viel zu viel Milch haben, ist es ratsam, keinen Stilltee und kein Malzbier mehr zu trinken. Die Milchmenge kann außerdem durch eine halbe Tasse Salbei- oder Pfefferminztee gedrosselt werden (bitte nur nach Absprache mit eurer Hebamme!).
Wunde Brustwarzen & Mastitis
 Welche Mama kennt es nicht? Das Baby hängt dauernuckelnd an der Brust und heimlich schnell ist das gar nicht mehr so lustig. Jedes Anlegen schmerzt so sehr,dass euch die Tränen in die Augen schießen und ihr vergleicht jeden eurer Kinder habenden Freunde weil sie euch vorher nicht gesagt haben dass stillen (oft) (anfangs) sehr schmerzhaft ist.
Ich hatte zwischenzeitlich sogar Wundkruste auf der Mamille, kein Scherz. Geholfen hat mir Brustwarzensalbe. Diesmal habe ich eine natürliche Heilsalbe, die Azulenal-Salbe ausprobiert, die geeignet für einen wunden Windelbereich und die Brustwarzen ist. Sie enthält Guajazulen (entzündungshemmend), Vaselin, Wollwachsalkoholsalbe und Wasser. Damit ist sie frei von Konservierungsstoffen, Parfümen, Farbstoffen, Silikonen, Parabenen und SLS. Mit der Salbe ist die wunde Brustwarze schnell abgeheilt und ich konnte wieder schmerzfrei stillen. Gut finde ich, dass die Creme vor der nächsten Stillmahlzeit nicht abgewaschen werden muss, denn sie ist in geringen Mengen laut Hersteller nicht schädlich und kann sich sogar positiv auf Babys Verdauung auswirken.
Erhältlich ist die Azulenal-Salbe hier.
kleine Stillhelfer und Entspannung
 Nicht wegzudenken sind bei mir Stilleinlagen. Hier ist es wichtig, gute, saugfähige Varianten zu haben und diese sehr regelmäßig zu wechseln. Das feucht-warme Klima im BH fördert nämlich Pilze und sonst kann es sein, dass ihr sehr schnell einen Soor entwickelt, der dann auch auf euer Baby beim Stillen übertragen wird. Das ist schmerzhaft, für Mutter und Kind und ganz leicht zu vermeiden!
Eine gute Stillposition ist wichtig und ratsam.  Helfen kann dabei ein gutes Stillkissen und vor allem eine bequeme Sitz- oder Liegeposition. Das Kinn eures Babys sollte übrigens immer zu der Stelle an der Brust zeigen, die am meisten mit Milch gefüllt ist, denn dort wo das Kinn anliegt wird die Brust am besten entleert.
Entspann dich beim Stillen, lass die Schulter entspannt herunterhängen und schaffe dir eine angenehme Atmosphäre in der du dich mit deinem Baby wohl fühlst. Und ganz wichtig: lass dich von niemandem unter Druck setzen, auch nicht von dir selbst!
Übrigens habe ich in meiner Stillecke möglichst immer alles parat, was ich brauche. Ein Glas Wasser, Stilleinlagen, Salbe, Spucktuch und ein kleiner Snack gehören für mich unbedingt dazu.
Alles Liebe,
Eure Jasmin
Der Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Agepha Pharma. 
(Mehr könnt ihr in der Studie von Api et al. 2005 nachlesen.)

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