Was tun, wenn das Baby Bauchschmerzen hat?

Die Vorfreude auf das Baby ist groß. Doch dann ist es endlich da und die ersten Monate sind häufig gar nicht so schön wie man sich das ausgemalt hat. Das Baby weint und schreit, weil es Bauchweh hat. Das kann Eltern schon mal zur Verzweiflung bringen. Nächte werden durchgemacht, die Augenringe und Sorgenfalten immer größer – kein Elternteil mag das eigene Baby gerne leiden sehen. Aber jedes Kind ist anders und daher hilft auch jedem Kind etwas anderes besonders gut, es gibt demnach kein Patentrezept. Trotzdem gibt es eine Palette an Tipps, die man ausprobieren kann, um dem kleinen Würmchen seine Schmerzen zu nehmen. Einige davon habe ich hier zusammengetragen, denn auch unsere beiden Buben haben sich viele Wochen mit Bauchschmerzen gequält. Aber Achtung! Manchmal aber will keins der Hausmittelchen helfen. Allen Eltern will gesagt sein: es geht vorbei, haltet durch!

Problematisch ist bei Bauchschmerzen, dass sie völlig verschiedene Ursachen haben können. Zum einen muss sich das Verdauungssystem erst noch vollständig ausbilden und sich an die Aufnahme von Nahrung gewöhnen, aber auch Stress oder Reizüberflutung kann die Ursache für Bauchschmerzen bei Babys sein. Es hilft also, verschiedene Parameter zu betrachten und dann gezielt zu versuchen, dem Baby zu helfen. Nicht zuletzt deuten anhaltendes Weinen und Fieber in seltenen Fällen auf einen Infekt oder eine schlimmere Erkrankung hin, bei dem keines der hier zusammengetragenen Mittel helfen wird. Wenn ihr euch also nicht sicher seid, geht lieber ein Mal mehr zum Arzt und lasst die Ursachen abklären.

Bis zum achten Lebensjahr ungefähr, teilweise auch darüber hinaus, ist der Bauch das Zentrum der Gefühle. Kinder können Schmerzen bis dahin nur selten lokalisieren und geben daher häufig an, Bauchschmerzen zu haben, obwohl vielleicht der Kopf oder das Ohr betroffen ist. Bis zum vierten Lebensjahr finden Reifungsvorgänge statt, die Reizweiterleitung vom Darm an das Gehirn muss sich erst nach und nach Entwickeln. Daher sollte man bei Kleinkindern umso mehr auf Ursachenforschung gehen, wenn sie über Bauchweh klagen, ganz besonders aber bei Babys. Tatsächliche Schmerzen, aber auch Angst, Stress oder allgemeines Unwohlsein können sich in Bauchschmerzen äußern und zu Blähungen führen. Daher ist es auch so schwierig, die passende Methode ausfindig zu machen, um Bauchschmerzen zu lindern. Und natürlich verändern sich die Ursachen auch oft. Was also an einem Tag wunderbar hilft, kann am nächsten Tag schon das falsche Mittel sein. Auch hier gilt: probieren geht über studieren.

Häufige Positionswechsel

Das Baby kann sich noch nicht drehen und die für sich richtige Position finden, um zu pupsen. Deshalb können wir ganz oft bereits Abhilfe durch verschiedene Positionswechseln schaffen. Ich nehme mein Baby daher oft erstmal in eine aufrechte Position und lege es über meine Schulter. Nach ein paar Minuten folgt der Wiegegriff, dann der so häufig geratene Fliegergriff – und alles von vorn. Die Darmschlingen sortieren sich bei einer Verlagerung neu und die Luft kann entweichen.

Wohltuende Wärme

Was uns Erwachsenen oft bei Bauchschmerzen hilft, tut auch dem Baby gut. Ein Kirschkern- oder Traubenkernkissen schafft im Backofen oder in der Mikrowelle erwärmt schnell eine wohltuende, langanhaltende Wärme. Aber auch alles andere, was das Baby in einer muckelig warmen Umgebung hält, kann bereits helfen, denn Neugeborene können ihre Körpertemperatur noch nicht so gut selbst regulieren und frieren oft schnell. Ein Lammfell als Unterlage, kuschelige Wolle-Seidebodies und Überbauchhöschen halten schön warm. Ich wickle übrigens zusätzlich in den ersten Monaten immer unter einer Wärmelampe, so kann beim Windeln wechseln unser Mio immer besonders gut entspannen.

Wohlfühlumgebung Mama oder Papa

Eng an Mama oder Papa gekuschelt entspannt es sich am besten. Die Umgebung ist vertraut und ein Ort, an dem sich das Baby wohl fühlt. Ich nehme daher Mio auf meine Brust und er kann sich anschmiegen. Möchte ich etwas erledigen oder bin unterwegs und mein Baby hat Bauchschmerzen, binde ich es ins Tragetuch. So kann es ganz nah bei mir sein und sich sichtlich entspannen. Auch die angehockte Haltung kann das Pupsen unterstützen und somit Bauchschmerzen lindern.

Bauchmassage und Fußreflexzonenmassage

Bei uns hat oft bereits eine Bauchmassage mit Kümmelöl gut gegen Bauchschmerzen geholfen. hierbei wird einfach der Babybauch sanft im Uhrzeigersinn um den kleinen Bauchnabel mit etwas Kümmelöl gestreichelt, beziehungsweise massiert. Eine Reflexzonen-Massage an den kleinen Füßen ist angenehm fürs Baby und wirkt sich auf den gesamten Organismus aus. Dabei wird  mit dem Daumen kreisend Stück für Stück punktuell die ganze Fußsohle massiert und alle Reflexzonen erfasst. 

Unverträglichkeit – Milchwechsel!

Manchmal kann eine Kuhmilcheiweißallergie auch die Ursache für immer wiederkehrende Bauchschmerzen sein. Einen ausführlichen Artikel über diese Unverträglichkeit findet ihr hier. In diesem Fall sollte man Rücksprache mit dem Kinderarzt halten. Umstritten ist, ob die Nahrungsaufnahme bei einer stillenden Mama die Verdauungsprobleme des Babys beeinflussen kann. Auch hier würde ich im Zweifel ausprobieren. Generell kann man aber sagen, dass die Faustregel gilt: was der Mutter gut bekömmlich ist, wird auch vom Baby gut vertragen. Bei Flaschenkindern kann es helfen, die Marke der Nahrung zu wechseln, da sie alle etwas unterschiedlichen Zusammensetzungen folgen.

Osteopathie

Auch wir hatten irgendwann in den ersten drei Monaten diesen Punkt, an dem wir schlichtweg ratlos waren. Deshalb haben wir einen Osteopathen aufgesucht, der eine spezielle Ausbildung als Therapeut für Babys absolviert hat. Denn oft können Blockaden, die unter der Geburt entstehen Gründe für Verdauungsprobleme bei Babies sein. Ich weiß, dass ein Besuch beim Osteopathen teuer sein kann, aber bei uns hat das wirklich wahre Wunder bewirkt. Unser kleiner Mio hatte nach zwei Sitzungen insgesamt bereits deutlich weniger Probleme und pupst seither wie ein Weltmeister.

Medizinische Abhilfe

Der letzt Schritt sollte  meiner Meinung nach immer der Griff zur Medizin sein. Diese ist zwar unbedenklich, aber versuche mich immer zuerst an den anderen Tipps. So genannte Entschäumer, wie sab simplex, lefax und espumisan binden die Luftbläschen im Babybauch und helfen bei Beschwerden schnell. Auch Globuli können in manchen Fällen helfen.

Mio ist mittlerweile größtenteils Bauchschmerzfrei, das Pupsen klappt immer besser. Ihr seht also, es wird irgendwann besser. Bis dahin hilft nur, ausprobieren und für das Baby da sein. Notfalls muss man sich die Nächte um die Ohren schlagen. Wenn ihr merkt, dass ihr als Eltern an eure körperlichen Grenzen kommt, lasst euch helfen. Vielleicht kann eure Familie euch etwas abnehmen und ihr könnt euch dann wieder selbst ein bisschen entspannen und besser für das kleine Würmchen da sein.

Alles Liebe,
eure Jasmin

 


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