16 Monate Samuelglück // Wo ist nur mein Baby hin?

Oh, während ich diesen Beitrag schreibe, werde ich fast ein bisschen sentimental. Vor zwei Jahren erfuhren Mami und Papi von diesem kleinen Wirbelwind. Gerade so groß wie ein Sesamkorn war unser Ungeborenes da. Und nun? Nun verfasse ich diesen Beitrag und blicke zurück auf bereits 16 Monate Mutterglück. Höhen und Tiefen, kleine Kinderfreundschaften und große Momente.

Der letzte Monat war furchtbar aufregend für dich, kleiner Samuel. Deine kleinen tapsigen Schritte werden mutiger, sicherer und bestimmter. Du läufst jetzt nicht mehr nur der Nase nach, sondern visierst das Ziel an und tapst dann schnurstracks darauf zu. Weil du oben auf der Couch dein liebstes Buch entdeckt hast stehst du auf und läufst los. Noch vor einem Monat wärst du wahrscheinlich gekrabbelt, denn das ging ja schneller. Nun findest du kaum noch Gründe, warum du dich zurück auf alle Viere begeben solltest, außer ein Keks liegt auf dem Boden, dann plumpst du schnell auf deinen süßen Windelpo und steckst dir deinen eben gewonnenen Schatz in den Mund. Wenn ich frage, ob du etwas essen möchtest, läufst du ganz selbstverständlich zur Küche und zum Windelwechsel gehst du voran ins Kinderzimmer. Auch in der eisigen Dezemberkälte bist du liebend gerne draußen und erkundest alles, aber genauso froh bist du, wenn wir danach gemütlich auf dem Sofa eingekuschelt ein Buch lesen. Am liebsten hast du immer noch dein Bauernhofbuch mit den großen Kühen drin. Tiergeräusche nachmachen ist immer noch hoch im Kurs und so hat sich zu dem “muh” ein “mäh”, ein Naserümpfen (Hase), ein “miau”, ein “wuff” , ein “Mau” (Maus), ein “rawwwrrr” (Löwe) und ein “törö” (Elefant) gesellt. Insgesamt hat sich dein Wortschatz um einige neue kleine Worte erweitert, die aus deinem süßen kleinen Mund noch viel goldiger klingen als ich es mir jemals erträumen ließ. “Owa” ist die Oma, “iege” die Ziege. Du sagst “Bebi” (Baby), “auf”, “hi” (hallo), “sulli” (Schnulli) und “heiß”, wenn du eine Tasse Tee oder dein Mittagessen siehst. “Ba” ist der Ball, aber auch deine stinkende Windel und die schmutzige Socke. Dein liebstes Kuscheltier rufst du mit “detty” (Teddy) und wenn ich frage, ob wir zusammen kochen wollen rufst du laut “ko”! “Mama” höre ich an die tausend male täglich und wenn dein Lieblingsmensch nach Hause kommt, rufst du ihn mit “Papa”. Deine warme Milch, wie wir die Muttermilch nennen, ist für dich nach wie vor die “Mi” und wenn du nochmal gestillt werden willst, rufst du fordernd “mea Mi” (mehr Milch/ mehr für mich?). Ach kleiner großer Samuel, wann bist du nur so groß geworden?

Bestimmt war auch die aufkommende Weihnachtsstimmung für dich etwas ganz Neues, Aufregendes, hast du sie letztes Jahr doch eher unbewusst mitbekommen. Nun bist du mitten drin statt nur dabei. Beim Plätzchen backen hast du fleißig den Teig ausgerollt (und danach heimlich genascht), bei raschelndem Geschenkpapier kommst du schnell um die Ecke gesaust und Schokolade und Lebkuchen können wir schon längst nicht mehr vor dir verstecken. Ein Grund, sich als Eltern dieses Jahr mit den Naschereien etwas zurück zu halten – die Waage wird es uns im neuen Jahr sicherlich danken.

Auch die Feinmotorik wird immer besser. Kleine Gegenstände schiebst du zielsicher durch eine Öffnung, isst fast ohne zu kleckern mit der Gabel und piekst Mama zielstrebig ins Auge. Aua. “Aua” ist übrigens dein liebstes Wort zur Zeit, auch wenn du dir gar nicht weh getan hast. Wenn aber doch mal jemand ein Aua hat, kommst du schnell angewackelt, kuschelst dich an ihn und streichelst das Gesicht. Ach kleiner Mann, du bist so wild und ungestüm in einem Moment und so zärtlich und einfühlsam im anderen. Wenn Mama mal weint, weil sie traurig ist (Hallo Schwangerschaftshormone) gibst du ihr einen dicken Kuss und die Welt ist nur noch halb so schlimm. Den größer werdenden Bauch mit deinem Geschwisterchen darin hast du ebenfalls längst bemerkt und auch wenn du bestimmt gar nicht verstehst was da passiert, streichelst du ihn liebevoll. Auch all die anderen Veränderungen, die meine erneute Schwangerschaft mit sich bringt, gehen bestimmt nicht spurlos an dir vorüber, kleines Rumpumpelchen. Ich weiß genau, dass du alles genau beobachtest und dich bestimmt oft fragst, was gerade los ist. Aber nicht schlimm, wir sind für dich da und erklären dir alles immer und immer wieder.

Auch wenn du zuckersüß sein kannst, entdecke ich doch immer mehr den temperamentvollen kleinen Samuel in dir, der sich trotzig hin wirft und seinen Kopf auf den Boden haut. Zum Glück halten diese Phasen nicht lange an, denn schnell kommst du danach mit einem “aua” zu mir in den Arm und alles ist vergessen. Nur eine Sache willst du oft nicht verstehen und das ärgert mich, habe ich es dir doch schon unzählige Male erklärt, dass man niemanden hauen darf. Trotzdem versuchst du es immer wieder. Ich hoffe sehr, dass du bald verstehst, dass man anderen Menschen nicht weh tun darf. Dieser Lernprozess ist ganz besonders wichtig in deiner Entwicklung und wir versuchen dich möglichst gut darin zu unterstützen, um dir nach Wut-Nachmittagen auch wieder Sonne in dein kleines Herz zu zaubern. Und wenn dafür eine ordentliche extra Portion Kuschelzeit in unserem Familienbett notwendig ist – bitte sehr. Wir haben dich jedenfalls sehr lieb, kleiner Samuel, mit allen Ecken und Kanten.

Deine Mama und dein Papa.

 


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