Hilfe, mein Baby schläft nicht. >> Tipps und Tricks für Babys Schlaf tagsüber

Ich glaube, es gibt über kaum ein Mama-Thema so viele Ratgeber und Meinung wie das Schlafverhalten von Babys. Schon in der Schwangerschaft wird man verrückt gemacht “Schlaf so viel du kannst, wenn das Baby da ist, kommst du nicht mehr dazu!” und “Lasst das Baby nur nicht in eurem Bett schlafen, sonst verwöhnt ihr es!” sind nur zwei der vielen Ratschläge, die uns beim Eltern Werden mit auf den Weg gegeben wurden.

Ich kann aber Entwarnung geben: nicht immer ist es so schlimm, wie man annimmt, unser Samuel war beispielsweise ein guter Schläfer, von Beginn an. Deshalb haben wir uns auch kaum Gedanken gemacht, wie es wohl mit zwei Kindern sein würde. Lediglich das Familienbett machte uns ein wenig Sorge – schließlich müssen dann zwei Kinder im selben Raum und selben Bett schlafen. Macht vielleicht ein Kind das andere wach? Letztlich waren diese Sorgen aber relativ unbegründet und das schlafen Legen klappt meist ganz gut, auch mit zwei Kindern. Selbst wenn unser Baby nachts aufwacht, weckt es das Geschwisterkind nicht wirklich. Samuel dreht sich dann nämlich meist nur um, wurstelt sich in eine neue bequeme Position und schläft dann direkt weiter. Jackpot!

Was aber ganz und gar nicht bei unserem Babymann funktionierte, war der Schlaf tagsüber. Und ich bin froh, dass ich diesen Satz mittlerweile im Präteritum verfassen kann. Es hat sich nämlich einiges getan hier im Hause Nimmerland und nun haben wir aus einem Schlafverweigerer einen kleinen müden, viel schlafenden Zwerg gezaubert. Ich denke, dass es vielen Familien so geht, dass das Baby tagsüber einfach nicht richtig zur Ruhe findet – vor allem mit den zweiten Kindern. Plötzlich ist es so viel lauter, während man beim ersten Kind immer noch versuchte, Ruhe zu halten, wenn das Baby schlief. Aber Krach ist mit großen Geschwisterkindern leider fast unvermeidbar. Wir haben einen Weg gefunden, wie unser Mini tatsächlich auch tagsüber sehr gut zur Ruhe kommen kann. Diese Tipps möchte ich euch heute mit auf den Weg geben und ein bisschen von unserer Erfahrung berichten.

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Viel Ruhe im Frühwochenbett

Wer uns hier oder bei Instagram regelmäßig verfolgt, weiß sicherlich, dass wir uns vor allem im Frühwochenbett ganz viel Zeit ließen um anzukommen, um uns als Familie kennen zu lernen. Äußere Einflüsse wie Besuch oder lange Spaziergänge wurden erstmal nach hinten verschoben und wir haben stattdessen ganz viel gekuschelt. Unser Mio war von Beginn an sehr genügsam und tiefenentspannt, schlief fast den ganzen Tag oder kuschelte sich an meinem Busen mit mir ins große warme weiche Bett. Ich habe das frühe Wochenbett, vor allem die ersten beiden Wochen, mit Mio als sehr ruhig und entspannend empfunden, trotz des großen Bruders, der hier herum sprang. Diese Ruhe veränderte sich aber, denn nach zwei Wochen schlief Mio tagsüber kaum noch und nur noch in sehr kurzen Etappen. Mal wurde er von seinem Bruder geweckt, der einfach ab und zu doch sehr laut sein kann, mal erschreckte er sich im Schlaf und war dann wach. Einschlafen konnte er dann lange Zeit nicht mehr.

Der Moro-Reflex ist eine primitive reflektorische Schreckreaktion des Neugeborenen (Primitivreflex). (…) Auslösende Stimuli sind akustische Reize, Lichtreize und Lageveränderungen, die vom Neugeborenen durch eine Streck- und anschließende umklammernde Beugebewegung (Umklammerungsbewegung) der Extremitäten beantwortet werden.

Ganz häufig wachte Mio aber vor allem von seinen Bauchschmerzen oder ohne ersichtlichen Grund auf. Schlafphasen dauerten meistens nicht länger als sechs bis fünfundzwanzig Minuten, was natürlich für mich sehr Kräftezehrend war. Ich hatte so kaum eine Minute für mich, ebenso wenig für unseren Samuel, weil ich ständig damit beschäftigt war, Mio in den Schlaf zu begleiten. Das Schlafverhalten meines neugeborenen Babys hat mir ernsthafte Sorgen bereitet. Ich hatte eine innere Unruhe, fühlte mich gestresst und hatte Angst, dass es meinem Baby nicht gut geht. Trost spendende Worte gab es nicht wirklich, mit “Manche Babys brauchen eben weniger Schlaf” wollte ich mich nicht zufrieden geben.

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Der Ursache auf den Grund gehen

Zunächst haben wir versucht, alle Ursachen, für das Erwachen zu erforschen und nach Möglichkeit zu beseitigen. Dazu gehörte natürlich zum einen die Lautstärke des großen Bruders. Wir ließen Mio also häufiger im Schlafzimmer für sein Schläfchen, während er zuvor immer in unserer Nähe schlief (beispielsweise in der Federwiege im Wohnzimmer). Aber das brachte keine Besserung. Spätestens nach fünfundzwanzig Minuten war unser Baby wieder wach. Gegen die Bauchschmerzen kämpften wir mit allen möglichen Tipps und Tricks an (Ihr findet hier einen Beitrag zu Bauchschmerzen bei Babys). Auch körperliche Nähe brachte keine Besserung. Wir trugen Mio im Tuch und kuschelten im Bett, aber nichts von alledem half. Schließlich suchten wir eine Osteopathin auf, die sich Mios Bauchschmerzen annehmen sollte – und tatsächlich, er hatte eine Blockade im Halswirbel, das so genannte KISS-Syndrom, und verschiedene Spannungen im Darmtrakt. Die Osteopathin konnte uns helfen: die Bauchschmerzen wurden besser, wir atmeten auf. Aber dann der Rückschlag: unser Kind schlief nach wie vor nicht ausreichend.

Gerade in den ersten Lebenswochen braucht ein Neugeborenes sehr viel Schlaf. Auch wenn man als Mutter gefühlt immer unter Schlafmangel leidet, schlafen Babys im Schnitt 16-18 Stunden täglich. Diese Stunden verteilen sich natürlich über den ganzen Tag und ein großer Teil davon fällt auch auf die Zeit tagsüber. Wir lagen mit 10-14 Stunden weit darunter. Ich machte einen Termin bei einer Hebamme, die sich mit Kindern mit Regulationsstörungen auskennt.

Die Lösung – schlafen lernen

Schließlich bekamen wir den Tipp, Mio mal ein Mützchen aufzusetzen. Damit meine ich nicht, wenn wir unterwegs waren – das taten wir sowieso, sondern zu Hause. Ich gebe zu, ich war stutzig. Wie soll eine Mütze meinem Kind beim schlafen helfen? In unserer Wohnung ist es doch angenehm warm… ?!
Ich war mit meiner Kraft aber so sehr am Ende, dass ich vermutlich alles versucht hätte, um meinem Baby zu einem ruhigeren Schlaf zu verhelfen. Also probierten wir es aus. Mio trug von da an immer ein Mützchen. Und siehe da: bereits beim ersten Mal schlief er ganze eineinhalb Stunden. Ich konnte das gar nicht glauben, lief immer wieder hin, um zu gucken, ob alles in Ordnung war. Aber Mio schlief seelenruhig in seiner Federwiege. Zunächst wollte ich mir keine große Hoffnung machen, es konnte ja ein Zufall sein. Aber tatsächlich, immer wenn Mio das Mützchen zu Hause trug, schlief er zwischen vierzig und neunzig Minuten. Immerhin ein kleiner Fortschritt. Ich war happy. Aber wie kommt’s?

Manche Kinder leiden unter Regulationsstörungen und können die Körpertemperatur schlecht konstant halten. Dann ist der Körper nahezu ständig damit beschäftigt, die Temperatur zu regulieren, was über die Extremitäten und den Kopf erfolgt. Dadurch findet der kleine Körper nicht zur Ruhe und ein tiefer, langer, erholsamer Schlaf ist kaum möglich. So ging es wohl unserem Mio auch.

Zusätzlich schafften wir ein Einschlafritual. Ich streichle Mio und wippe ihn sanft auf und ab, dazu hört er immer das selbe Lied seiner Spieluhr. Nach ungefähr einer Woche versuchte ich außerdem, den Schlafbereich etwas abzudunkeln. Ich hängte beispielsweise ein Mulltuch über die Öffnung an der Kopfseite der Federwiege, wodurch es Mio etwas dunkler hatte. Seither schläft Mio noch besser und länger. Fast immer kommen wir auf eineinhalb Stunden, manchmal sogar auf ganze drei Stunden. Das wäre vor ein paar Wochen für mich noch unvorstellbar gewesen.

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Wir sind froh, dass drei so kleine Tricks bei uns so ein großes Wunder bewirkt haben. Natürlich ist das kein Patentrezept, jedes Kind ist anders und jedes Kind hat andere Bedürfnisse, aber bei uns hat es super funktioniert. Wenn dein Baby wenig oder sehr schlecht schläft, probier es doch auch mal aus. Wir sind jedenfalls happy und unser Mio ist es scheinbar auch. Und was gibt es Schöneres als ein selig schlafendes Baby? Dieses wunderbare Bild unseres kleinen Mio mit seinen süß geschlossenen Fäustchen neben dem Kopf könnte ich mir jedenfalls Stunden lang ansehen.

Alles Liebe
eure Jasmin

 


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